Buddy-Programm Sommersemester 2017

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Macht mit beim Buddy-Programm…

…als Teilnehmende*r (Newcomer/Refugee):

Du interessierst Dich für ein Studium, aber erfüllst noch nicht die Zulassungsvoraussetzungen? Du möchtest die Uni kennenlernen, Vorlesungen besuchen und Dein Deutsch verbessern? Als Teilnehmende*r beim Buddy-Programm kannst Du:

  • Als Gasthörende*r verschiedenen Vorlesungen besuchen
  • Die Bibliothek benutzen
  • Eine elektronische Nutzerkennung des Uni-Rechenzentrums bekommen
  • Bei regelmäßigen Treffen Gleichgesinnte treffen und Kontakte knüpfen
  • Als Sprach-Buddy Dich mit anderen Studierenden treffen und Deutsch üben

Mehrmals im Semester finden Treffen für die Buddys und Teilnehmenden statt. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr an diesen teilnehmen könntet.

Bitte fülle das Anmeldeformular für das Sommersemester aus und schicke es bis 10. April an uns!

Anmeldung_Buddy-Programm_SoSe17 (Word)

Anmeldung_Buddy-Programm_SoSe17(PDF)

 

…als Buddy:

Du studierst an der Uni Heidelberg und möchtest Newcomern und Geflüchteten dabei helfen, sich an der Hochschule zurechtzufinden? Für das nächste Semester suchen wir noch Buddys aus allen Fachrichtungen. Buddys und Teilnehmende bilden ein Tandem, wobei Ihr selbst entscheidet, wie oft ihr Euch trefft und was Ihr zusammen macht. Aufgaben eines Buddys können etwa sein:

  • Den Teilnehmenden helfen sich an der Universität zurechtzufinden (wichtigsten Institutionen / Gebäude zeigen)
  • Gemeinsam mit Teilnehmenden herausfinden welche Vorlesungen sie_er besuchen will
  • Unterstützung bei der Anmeldung auf Online-Plattformen der Uni Heidelberg (LSF etc.)
  • Bei Seminarwünschen ggf. mit Dozierenden sprechen
  • Herausfinden welche Interessen vorhanden sind (z.B.: Freizeitaktivitäten)
  • Unterstützung bei der Orientierung an der Uni
  • Gemeinsame Mensabesuche, Kaffee trinken, …
  • Als Sprach-Buddy: Gemeinsam Deutsch sprechen und üben

Mehrmals im Semester finden Treffen für die Buddys und Teilnehmenden statt. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr an diesen teilnehmen könntet. Die Termine und weitere Infos findet Ihr hier.

Bitte fülle das Anmeldeformular für das Sommersemester aus und schicke es bis 10. April an uns!

Anmeldung_Buddy-Programm_SoSe17 (Word)

Anmeldung_Buddy-Programm_SoSe17 (PDF)

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Falls ihr das Formular nicht öffnen könnt, schickt uns die Fragen gerne per E-Mail zurück. /

If you cannot access the form just answer the following questions and send it back to us via e-mail: offeneuniheidelberg@gmx.de

Anmeldung/Registration Buddy-Programm SoSe 2017

Vorname / First name:

Nachname / Family name:

E-Mail:

Handynummer / Phone number:

Stadt / City of residence:

Alter / Age:

Sprachkenntnisse / Language skills:

Ich studiere aktuell bzw. habe bereits studiert. / I am studiyng at the moment or have studied before.

Ja /Yes Nein/No

Wenn ja, welche Fächer und wo? / If yes, what and where?

Wenn nicht, welche Fächer interessieren dich? / If not, which subjects are you interested in?

Welche Hobbies hast du? / What are your hobbies?

Hättest Du Lust, Dich über Deine Buddy‐Tätigkeit hinaus bei der Offenen Uni einzubringen? / Are you interested in taking an active part in the Orga-Crew of the Offene Uni?

Ja / Yes                Nein / No

Bitte schicke die Antworten bis spätestens 10. April 2017 zurück. / Please send back the answers in until April, 10th: offeneuniheidelberg@gmx.de

Danke!

Das Buddy-Programm wird in Kooperation mit dem Heidelberger Antidiskriminierungsprojekt HD.net-Respekt! organisiert.

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Anmeldefrist Buddy-Programm verlängert

!!! Die Anmeldefrist wurde bis zum 19. Oktober verlängert !!!

Hier findet Ihr die Anmeldung für Newcomer/Geflüchtete:

Anmeldung Buddy-Programm_Newcomer (Word)

Anmeldung Buddy-Programm_Newcomer (PDF)

 

 

Und hier für die Heidelberger Studierenden:

Anmeldung Buddy-Programm_Studis (Word)

Anmeldung Buddy-Programm_Studis (PDF)

 

Bitte schicke dieses Formular ausgefüllt an: offeneuniheidelberg@gmx.de       Danke!

Please send back this from: offeneuniheidelberg@gmx.de         Thanks!

 

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Das Buddy-Programm wird in Kooperation mit dem Heidelberger Antidiskriminierungsporjekt HD.net-Respekt! organisiert.

Freie Bildung für ALLE

Stellungnahme gegen Studiengebühren

SPD sieht neue Bildungsministerin Wanka auf dem Irrweg

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ (Artikel 3, Absatz 3, Grundgesetz).

Wir, Studierende und Jugendliche sowie Engagierte und politisch Aktive, lehnen den Vorstoß des Baden-Württemberger Wissenschaftsministeriums, Studiengebühren wieder einzuführen, ab. Baden-Württembergs „Grüne“ Wissenschaftsministerin Theresia Bauer plant die Einführung von Studiengebühren für internationale Studierende. Dabei sollen Nicht-EU-Bürger*innen für ein Studium in Baden-Württemberg pro Semester 1.000 bis 2.000 Euro zahlen, der Betrag für alle anderen Studierenden um 10€ ansteigen und ein Zweitstudium in Zukunft 650 Euro pro Semester kosten. Begründet wird diese Maßnahme damit, dass das Ministerium 48 Millionen Euro einsparen soll, um eine „schwarze Null“ zu erreichen. Bisher fand über die konkreten Überlegungen keinerlei öffentliche Debatte statt, Studierende wurden weder gefragt noch einbezogen, obwohl sie eine eigene Vertretung haben.

Diese Absicht ist auf mehreren Ebenen fatal für eine gerechte Bildung. Bildung an und für sich ist ein Grundrecht und muss allen offenstehen. Daher sollten neben den Hochschulen auch alle anderen Bildungswege kostenfrei sein (Meister*in, Techniker*in, und jegliche Ausbildung). Nicht das vorhandene eigene Vermögen (bzw. das der Eltern) sollte dafür ausschlaggebend sein, für welche Ausbildung man sich entscheidet, sondern das Interesse.

Nicht die zu beliebten Ausbildungen sollten im Zugang beschränkt werden, sondern die zu wenig beliebten attraktiver gemacht werden. Die Wiedereinführung von Studiengebühren steht dem diametral entgegen. Statt eine solidarische Finanzierung der Bildung der nächsten Generation zu gewährleisten, soll diese auch noch zahlen. Bildung wird damit zur Ware und zum Privileg degradiert, obwohl Bildung die Basis einer jeden demokratischen und offenen Gesellschaft darstellt. Jedem Menschen müsste dies eigentlich zutiefst zuwider sein.

Die Forderung, dass „Nicht-EU-Bürger*innen“ zahlen sollen, ist diskriminierend. Kein Mensch ist schuld daran, welche Staatsbürger*innenschaft er bei der Geburt bekommt. Dies dann als Kriterium zu verwenden, um Geld für ein Studium zu verlangen, dient nur einem Zweck: Jene mit Geld ins Land zu holen und alle anderen fernzuhalten. Diese Forderung widerspricht nicht nur den Menschenrechten, sondern auch unserem eigenen Grundgesetz. Artikel 13 des von Deutschland ratifizierten UN-Sozialpaktes mahnt sogar an, dass finanzielle Hürden zum Zugang zu Bildung nicht höher gelegt werden dürfen, sondern permanent abgebaut werden müssen.

Gleiche Chancen auf Bildung unabhängig von der Herkunft und Zahlungskraft der Eltern ist eines der großen Ziele, die wir für eine gerechte und demokratische Gesellschaft anstreben müssen.

Ferner ist es absurd, Menschen, die ein Zweitstudium beginnen, zum Zahlen zu verpflichten. Ein Zweitstudium dient dazu, sich selbst weiterzubilden und eigene Kompetenzen zu erweitern. Gerade in Zeiten der Informationsgesellschaft wäre es fatal, diese Möglichkeit Menschen aus finanziellen Gründen zu nehmen. Dazu zählen ebenfalls die oben genannten Gründe sowie auch das hart erkämpfte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, das auch im Grundgesetz verankert ist. Wenn wir wollen, dass wir uns alle frei entfalten können, dürfen wir auch einem Zweitstudium keine zusätzlichen Hürden in den Weg stellen!

10 Euro mehr im Semester mögen auf den ersten Blick nicht nach viel klingen, doch wenn dies zum derzeitigen Semesterbeitrag noch hinzukommt, der ohnehin jährlich aufgrund „erhöhter Verwaltungsausgaben“ steigt, dann kommt Mensch schon auf beachtliche Summen, die Studierende an die Hochschule/Universität zahlen. Bei diesen 10 Euro wird es nicht bleiben. Weitere Erhöhungen, sobald einmal Gebühren beschlossen sind, sind garantiert. Es dauert dann nicht mehr lange, bis wir wieder bei Studiengebühren von mehreren Hundert Euro für alle Studierenden sind.

Studiengebühren unterminieren alle Bemühungen, Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich herzustellen – ein Bereich, in dem Deutschland großen Nachholbedarf hat. Dass diese Forderungen von der Partei kommen, welche maßgeblich von den Protesten gegen Studiengebühren profitiert hat, ist an Zynismus kaum zu übertreffen.

Das Ganze noch unter den Vorwand der „schwarzen Null“ und angeblicher Sachzwänge zu stellen, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Die Austeritätspolitik, die hinter der „schwarzen Null“ steckt, ist sowohl wirtschaftlicher Irrsinn als auch gezieltes Selbstentmachten der Parlamente. Regierungen müssen investieren und wirtschaftliche Abschwünge ausgleichen können. Statt diesen „Sachzwang“ als Begründung für elitäre Maßnahmen zu verwenden, wäre es an der Zeit, dass die Grünen endlich einmal die Logik des Kaputtsparens durchbrechen und nach solidarischen Methoden der Finanzierung Ausschau halten; Vorschläge gibt es zur Genüge.

Die Bildung aller Menschen ist das Kriterium, welches unsere Zukunft bestimmt. Lasst es uns nicht selbst kaputtmachen. Für eine staatliche Vollfinanzierung der Bildung, offenen Zugang für alle und gegen jeden Versuch, Bildung zur Ware verkommen zu lassen!

 

Unterzeichner*innen:
Bundesverband ausländischer Studierender (BAS)
Arbeitskreis Freie Bildung
Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS)
AStA Hochschule Mannheim
Verfasste Studierendenschaft der Hochschule Biberach
Verfasste Studierendenschaft der Universität Konstanz
StuRa Uni Freiburg
Offene Uni Heidelberg
DIE LINKE. Baden-Württemberg
Linksjugend [’solid] Baden-Württemberg
Die Linke.SDS Karlsruhe
campus:grün köln
Campusgrün Freiburg
Jennifer Sarro, Sprecherin für politische Bildung, Verfasste Studierendenschaft der PH Freiburg
Laura Halding-Hoppenheit, SÖS-LINKE-PluS

Selbstverständnis

Hierfür steht die Gruppe Offene Uni Heidelberg:

Im Zuge der Migrationsbewegungen nach Europa hat sich im September 2015 eine ehrenamtliche Gruppe zusammengefunden, welche aus Studierenden der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Alumni und Mitarbeiter*innen besteht.

Die Initiative „Offene Uni Heidelberg“ fokussiert sich darauf, die bestehenden ungleichen Voraussetzungen und Benachteiligungen im deutschen Bildungssystem zu thematisieren und diese zu kritisieren – besonders in Bezug auf Geflüchtete. Damit setzt sich die Gruppe für die Umsetzung des Rechts auf Bildung für Alle ein. Wir engagieren uns deshalb dafür, dass universitäre Institutionen die Fluchtumstände (geringe finanzielle Mittel, Verlust von Dokumenten, Traumata, etc.) berücksichtigen, vor allem beim Hochschulzugang. Durch die mangelnde Berücksichtigung dieser Umstände bestehen bisher für Geflüchtete im aktuellen Bewerbungsprozess hohe Hürden bürokratischer, sprachlicher, kommunikativer und finanzieller Natur. Wir möchten helfen diese ungleich hohen Hürden abzubauen, um allen dieselben Chancen auf Bildung zu ermöglichen.

 

Die Benachteiligungen für Menschen mit Migrationsgeschichte müssen in größeren Zusammenhängen gesehen werden. Dieses Bewusstsein ist uns wichtig, hieran knüpfen wir an, benennen Missstände und leiten daraus Prinzipien für unsere Arbeit ab.

 

Recht auf Migration

Zur Geschichte der Menschheit gehört die Geschichte der Migration. Um Lebensumstände für sich und nachfolgende Generationen zu erhalten oder zu verbessern, haben sich die Menschen schon seit jeher von A nach B bewegt und ihre Wohn- und Siedlungsorte verändert. Gerade in heutigen internationalisierten Studienkontexten ist ein häufiger Wohnortwechsel für Menschen mit beispielsweise europäischen Staatsangehörigkeiten eine Selbstverständlichkeit.

Das Recht auf Bewegungsfreiheit und freie Wohnortwahl ist für uns ein Menschenrecht und sollte allen zustehen. Das Menschenrecht auf Migration darf nicht niedriger eingestuft werden als die Privilegien, die mit der eigenen Herkunft einhergehen. Die eigene Herkunft („Nationalität“/Pass) ist ein Produkt des Zufalls, zu dem niemand selbst einen Beitrag geleistet hat.

 

Die aktuelle Asylpolitik der Bundesrepublik und der EU nimmt billigend den Tod von Menschen in Kauf: An den Grenzen der EU sterben jeden Tag unzählige Menschen. Es gibt so gut wie keine legalen Einreisemöglichkeiten nach (Mittel)Europa. Dies zwingt die Menschen den gefährlichen Seeweg zu wählen. Wir lehnen die gegenwärtige Migrationspolitiken Deutschlands und der anderen EU-Länder ab – insbesondere das Konzept von Dublin III mit „sicheren Drittstaaten“, das eine legale Inanspruchnahme des Rechts auf Asyl in der Bundesrepublik faktisch außer Kraft setzt.

Hierzu gehört weiter die beliebige Benennung „sicherer“ Herkunftsländer, die Aussetzung von Familiennachzug, die Ausgestaltung und Umsetzung des gegenwärtigen Asylrechts (Unterbringung in Lagern, Ungewissheit, Sachleistungen etc.). Die Einteilung in „schlechte“ und „gute“ Geflüchtete („Wirtschaftsflüchtlinge“ versus Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte), die Hierarchisierung nach ethnischen, religiösen oder sozialen Gruppenzugehörigkeiten sowie die Kategorisierung nach Verwertungslogiken („nützliche“ versus „unbrauchbare“ Geflüchtete) lehnen wir ab.

Diese Denkmuster, Vorgehensweisen und Politiken sind menschenverachtend.

 

Rassismus und Rechtsruck

Wir beobachten den wachsenden Rassismus in Deutschland und weltweit und den damit einhergehenden Rechtsruck mit großer Sorge und stellen uns klar gegen jede Form von Diskriminierung wie beispielsweise Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Antiziganismus, Homo-, Inter- und Transfeindlichkeit.

Die Diskriminierungen von Geflüchteten stellen sich nicht nur in direkten Anfeindungen und Angriffen dar, sie finden auch auf struktureller Ebene statt und zeigen sich in der Ungleichbehandlung von Menschen auf Grund von Staatsangehörigkeiten, dem Festhalten in Lagern, Arbeitsverboten, beschränktem Zugang zu Deutschkursen, mangelnden Informationen und Beratung, Sachleistungen, Residenzpflicht, usw.

 

Unser Ansatz

Wir wollen nicht nur Symptome bekämpfen und kurzfristig „helfen“. Wir lehnen paternalistische Strukturen ab und streben das Ideal von Menschen als gleichberechtigte, mündige Mitglieder einer Gesellschaft an. Migrant*innen müssen mit den gleichen Rechten und Chancen ausgestattet werden und dürfen nicht als Bürger*innen zweiter Klasse behandelt werden.

Unter der Prämisse des Menschenrechts auf Bildung und in unserer Vorstellung soll Bildung für alle in gleichem Maße zugänglich sein. Hierzu muss es ein Bildungssystem geben, welches nicht selektiv arbeitet, sondern Chancengerechtigkeit anstrebt und umsetzt.

Wir konzentrieren uns darauf, die bestehenden ungleichen Voraussetzungen und Ungerechtigkeiten für Geflüchtete im deutschen Bildungssystem zu thematisieren und zu kritisieren.

Für uns sind alle Menschen – egal welcher Ausbildung/welchen Abschlusses – wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft. Als (ehemalige) Studierende, (ehemalige) universitäre Mitarbeiter*innen, Dozent*innen und (hochschul)politisch Aktive verorten wir unsere Expertise im „System Universität“ und setzen uns deshalb besonders für Menschen mit der Perspektive Studium ein.

 

Tätigkeitsfelder

Wir informieren, beraten und begleiten Geflüchtete, die einen Hochschulabschluss an einer deutschen Universität anstreben und/oder einen akademischen Hintergrund haben. Seit dem Sommersemester 2016 organisieren wir ein Buddy-Programm, durch welches wir Newcomer und Studierende miteinander in Kontakt bringen konnten. Die Initiative konnte im Rahmen ihres Buddy-Programms im Sommersemester 2016 über 65 Studierende gewinnen. Die Studierenden begleiten und unterstützen die Newcomer bei „Gasthörerschaft“, Sprachkurs und Studium oder der Suche nach geeigneten Weiterbildungsangeboten. Aktuell arbeiten wir mit über 130 jungen Menschen – Studierenden und Geflüchteten – zusammen. Durch die Teilnahme als Gasthörer*innen an Vorlesungen und vor allem am Buddy-Programm kommen die Geflüchteten wieder in Kontakt mit dem universitären Umfeld und können wertvolle Beziehungen und Freundschaften zu Heidelberger Studierenden knüpfen.

Außerdem betreiben wir aktive und gezielte Öffentlichkeitsarbeit und versuchen so, bestimmte Bildungsthemen im Zusammenhang mit Fluchtbiographien zu thematisieren.

 

Beteiligung von Menschen mit Fluchtbiographie

Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass wir nicht für alle Newcomer sprechen können und wollen. Wir kennen die Schieflagen im aktuellen System aus unseren Kontakten, Beratungsgesprächen und vor allem von Berichten aus unserem Buddy-Programm. Dies macht uns aber nicht zu Advokaten für Geflüchtete.

In unseren eigenen internen Strukturen konnten wir es bisher noch nicht umsetzen, dass Newcomer dauerhaft mitarbeiten. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und werden von uns analysiert. Wir arbeiten aktuell daran, Newcomer in unsere Gruppe und in unsere Entscheidungsstrukturen einzubinden.

 

Kooperationen und Zusammenarbeit

Die Gruppe arbeitet ehrenamtlich. Im Rahmen des Buddy-Programms gibt es seit Februar 2016 eine Kooperation mit dem Heidelberger Antidiskriminierungsprojekt Hd.net-Respekt!. Darüber hinaus arbeiten wir mit dem Arbeitskreis Asyl Heidelberg und dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg zusammen.

Die verfassten Studierendenschaften der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg unterstützen uns bereits seit Ende 2015. Seitdem besteht zudem eine Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro der PH.

 

Hürden abbauen

Durch die mangelnde Berücksichtigung spezieller Umstände bestehen für Geflüchtete im aktuellen Bewerbungsprozess hohe Hürden und sie werden so massiv benachteiligt. Die Hürden bei der Bewerbung an den Hochschulen sind bürokratischer, sprachlicher, kommunikativer und finanzieller Natur. Diese Hürden sind das Resultat aus dem Flickenteppich nicht zusammenhängender und kurzsichtiger Bildungspolitik für Zugewanderte und stellen eine strukturelle Diskriminierung dar. Sie widersprechen damit dem Menschenrecht auf Bildung.

Um diese Nachteile auszugleichen fordern wir:

  • Leichter zugängliche Informationen zum Hochschulzugang (Bewerbung, erforderliche Dokumente) auf mehreren Sprachen in Print und online
  • Spezielle Informationsveranstaltungen zum Hochschulzugang und Bewerbung für Geflüchtete
  • Besondere Unterstützungsangebote für Frauen
  • Vereinfachung und Offenlegung der Verfahren zur Einzelfallprüfung bei nicht vorhandenen Dokumenten (Hochschulzugang)
  • Bereitstellung von Geldern speziell für Geflüchtete zur Entwicklung von neuen Programmen zur Hochschulbewerbung, Studienfinanzierung, Sprachkurse usw.
  • Beratung bei der Beantragung finanzieller Mittel
  • Unabhängigkeit der Finanzierungsmöglichkeiten von Nationalität, Bleibeperspektive und Status (Gestattung, Anerkennung, Duldung,…)
  • Einführung von Extra-Quoten für Geflüchtete bei der Hochschulzulassung
  • Erhöhung der kostenlosen Plätze in studienvorbereitenden Sprachkursen und am Studienkolleg – unabhängig von Nationalität, Bleibeperspektive und Status
  • Einrichtung spezieller Hinführungsprogramme (z. B. spezielle Vorkurse, Zulassung als Austauschstudierende – mit der Möglichkeit Leistungsnachweise zu erwerben)
  • Kostenlose Gasthörerschaft (und öffentliche Bewerbung derselben)
  • Erlass der Semestergebühren für Geflüchtete
  • Finanzielle Unterstützung bei Fahrtkosten (z. B. kostenloses Semesterticket)
  • Widersprüche zwischen Ausländerrecht und Hochschulrecht beseitigen (z. B. Abstimmung zwischen BaföG und Sozialleistungen, Hochschulzulassung und fehlendes Visum)
  • Freie Wohn- und Studienortwahl

 

Join our Team_Offene Uni sucht neue Mitglieder

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Das Orgateam der Initative „Offenen Uni Heidelberg“ sucht für das neue Semester Nachwuchs, um weiterhin gemeinsam das Ziel zu verfolgen, Hürden im Hochschulzugang für Geflüchtete abzubauen.

Die Möglichkeiten, bei uns mitzuarbeiten sind vielfältig!

Hast du Lust, dich in der Organisation des Buddy-Programmes zu engagieren oder dich in die Öffentlichkeitsarbeit (Facebook, Homepage, Presse) einzubringen, im AK Think Tank Ideen zu entwickeln oder an den Verbindungen zur Uni zu arbeiten, Infotreffen zu organisieren oder?

 

Kommt vorbei und lernt uns kennen, wir freuen uns in unseren offenen Oktober-Plena auf neue Gesichter. 🙂

 

Offenes Plenum am 5. Oktober 2016:

https://www.facebook.com/events/1771951843047247/

 

Offenes Plenum am 19. Oktober 2016:

https://www.facebook.com/events/640721172756793/

 

Unsere Plena werden auf deutsch und englisch gehalten.

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The initiative „Offene Uni Heidelberg“ is looking for new members.

The team of the “Offene Uni Heidelberg” need support in the following areas: buddy programme, public relations (Facebook, homepage, press), networking and political actions.

Feel free to come over and meet our group, we would be glad to integrate new members in our group. 🙂

 

Open Plenum on October, 5th 2016:

https://www.facebook.com/events/1771951843047247/

 

Open Plenum on October, 19th 2016:

https://www.facebook.com/events/640721172756793/

 

Our meetings will be held in English and German.

 

Richtigstellung zum Artikel „Semper apertus?“

Der ruprecht hat in seiner letzten Ausgabe (Mai 2016) im Artikel „Semper apertus?“ u.a. uns Fragen zum Hochschulzugang für Geflüchtete gestellt.
Leider mussten wir feststellen, dass im Artikel grob fahrlässige Verallgemeinerungen enthalten sind, die dem komplexen Thema nicht gerecht werden.
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(Ihr könnte den Artikel  hier  auf Seite 4 nachlesen.)
Dieses richtig zu stellen, um möglichen Konsequenzen (für Geflüchtete) aufgrund dieser Fehlinformationen vorzubeugen, ist uns ein wichtiges Anliegen.
Wir bedauern es sehr, dass trotz mehrmaliger Aufforderung, sich zwecks Recherche auch an die entsprechenden Institutionen selbst zu wenden, dies offensichtlich nicht getan wurde. Wie bereits im Interview an verschiedenen Stellen angemerkt, sind beispielsweise im Bereich der finanziellen Unterstützung Verallgemeinerungen besonders gefährlich. Hier handelt es sich immer nur um Einzelfallprüfungen – welche Kriterien dem Entscheidungsprozess zugrunde liegen, ist uns nicht bekannt. Es besteht für Geflüchtete, anders als durch den Artikel suggeriert, kein allgemeingültiger Anspruch auf Leistungen wie BAföG, eine Unterstützung im Rahmen der Freitische des Studierendenwerks oder bei der Kaution für einen Wohnheimsplatz.
Dies betrifft auch die Gasthörerschaft: eine Befreiung von den Gebühren kann durch einen formlosen Härtefallantrag beantragt werden, dem in den uns bekannten Fällen stattgegeben wurde. Von offizieller Seite (z.B. auf der Internetseite der Universität Heidelberg) gibt es hierzu allerdings keine verbindliche Stellungnahme bzw. Informationen für Geflüchtete.
Essentiell ist auch die Richtigstellung, dass natürlich nicht nur anerkannte Geflüchtete ein Studium aufnehmen können. Die Aufnahme eines Studiums ist theoretisch unabhängig vom rechtlichen Status möglich (Geflüchtete können sich genau so wie andere internationale Studieninteressierte bewerben), auch wenn die Ausländerbehörde dies faktisch verwehren kann.
Bezüglich der Hilfsangebote der Fakultäten wurden offensichtlich die Informationen der Uni-Seite übernommen, ohne diese zu überprüfen. So finden beispielsweise die vom Institut für Deutsch als Fremdsprache (IDF) angebotenen Sprachkurse unserer Erkenntnis nach nicht mehr statt. Auch die weiteren auf der „Flüchtlingshilfe“-Webseite aufgelisteten Angebote befinden sich derzeit noch im Aufbau, Kontaktinformationen sind nicht verfügbar und damit die Angebote für Geflüchtete nicht zugänglich.
Zum Schluss noch eine Anmerkung, die wir selbst erst nach Redaktionsschluss erhalten haben: Für den Besuch des Deutschkurses ist eine Immatrikulation nicht mehr nötig. Inzwischen genügt hierfür auch der Gasthörendenstatus, vorausgesetzt man erhält einen der wenigen Deutschkursplätze. Dies hat den Vorteil, dass Geflüchtete nun während des Deutschkurses weiterhin Sozialleistungen beziehen können, die bei einer Immatrikulation wegfallen würden (Vorteile des Studierendenstatus, wie z.B. die Möglichkeit, ein Semesterticket zu kaufen, bleiben ihnen dagegen in diesem Fall verwehrt).

Bericht der SWR-Landesschau

Die SWR Landesschau hat am 20. Mai über den Start unseres Buddy-Programms berichtet.
Was wir noch anfügen möchten: wir sind eine ehrenamtliche Initiative von Studierenden (nicht StudentEN) – die im Übrigen nicht von der Uni unterstützt wird – und großen Wert auf gendergerchte/-neutrale Sprache legt. 🙂

Hier zum Beitrag.

 

Pressemitteilung

Am Donnerstag, 28. April 2016 hat die Initiative Offene Uni Heidelberg folgende Informationen an die Presse versandt:

 Initiative „Offene Uni Heidelberg“ startet eigenes Buddy-Programm für Geflüchtete

Großer Andrang beim Start des Buddy-Programms der ehrenamtliche Initiative. / Mehr als 50 Geflüchtete haben sich für das Sommersemester angemeldet. / Finanzielle Kosten sind weiterhin Hürden beim Hochschulzugang. / Mehr Infos unter: www.offeneuniheidelberg.wordpress.com

 

Heidelberg. Mit 116 Teilnehmenden u.a. aus Syrien, Irak, Pakistan, Iran, Afghanistan und Gambia ist das von der Initiative „Offene Uni Heidelberg“ in Kooperation mit Hd.net-Respekt! entwickelte Buddy-Programm ins Sommersemester gestartet.
In von der Offenen Uni zusammengestellten Teams aus Studierenden der Universität Heidelberg mit den Newcomern, sollen Geflüchtete beim Start ins Uni-Leben begleitet und in administrativen Fragen unterstützt werden. Als Teilnehmende des Buddy-Programms besuchen sie Vorlesungen im Rahmen der Gasthörerschaft, nehmen an regelmäßigen Gruppentreffen teil, knüpfen Kontakte mit Studierenden und vertiefen dabei ihre Deutschkenntnisse. Auch Teilnehmende, die noch nicht als Gasthörerende an der Universität angemeldet sind, aber ihre Sprachkenntnisse ausbauen möchten, werden von Sprachbuddys unterstützt.

Die teilnehmenden Heidelberger Studierende werden durch eine Schulung in interkultureller Kompetenz, Fragen des Asylrechts sowie des Hochschulrechts auf ihre Aufgaben im Buddy-Programm vorbereitet.

Ein grundsätzliches Problem in der Organisation des Buddy-Programms stellen die sehr hohen Fahrtkosten für die Geflüchteten dar, da viele aus den umliegenden Gemeinden und Städten Heidelbergs kommen und auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind. Aktuell versucht die Initiative die Geflüchteten in der Finanzierung zu unterstützen. „Doch das ist keine Dauerlösung. Hier muss der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (RNV/VRN) aktiv werden. Im Gegensatz zu anderen Verkehrsbetrieben gibt es in der Region bislang kein Sozialticket oder ähnliches für Geflüchtete“, so Alisa Macht, Mitglied der Initiative. Da die Teilnehmende des Buddy-Programms nicht als reguläre Studierende eingeschrieben sind, haben sie kein Anrecht auf ein Semesterticket und die Fahrtkosten können so schnell zur einer großen Hürde werden. Vor dem Hintergrund einer gerechten Teilhabe am öffentlichen Leben – und in diesem Fall dem Zugang zur Hochschule – plädiert die Offene Uni und ihre Partner*innen für eine bessere Unterstützung der Geflüchteten.

Hier gibt es die vollständige PM als pdf.