Rechtliches

Geflüchtete haben Anspruch auf angemessene Prüfung ihrer Eignung

Wenn Geflüchtete studieren möchten, aber keine Dokumente wie etwa Schulzeugnisse oder Immatrikulationsbelege vorlegen können, kann dennoch die Eignung von Studieninteressierten geprüft und bewertet werden.

Grundlage dafür ist die Lissabon-Konvention (Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region, Abschnitt VII, Artikel VII), die von 49 europäischen und nicht europäischen Staaten unterzeichnet wurde. Deutschland ist seit 2007 Mitunterzeichner.

Dem Abkommen zufolge müssen „angemessene Schritte“ entwickelt werden, um die Hochschulqualifikation von Flüchtlingen zu bewerten – auch wenn diese durch Urkunden nur teilweise oder gar nicht nachgewiesen werden können.

 

Rekonstruktion der Bildungsbiographie durch individuelle Interviews
Wie dies konkret umgesetzt werden kann, wird beispielsweise im European Recognition Manual beschrieben. In dem vorgeschlagenen Verfahren werden Studieninteressierte interviewt, um deren individuelle Bildungsbiografie zu erstellen. Die gemachten Angaben sollen mit relevanten Belegen so weit wie möglich verifiziert werden. Ein solches Verfahren müsste eine jede Hochschule selbst durchführen. Ergänzend können Eignungs- und Studierfähigkeitstests eine Grundlage bieten, um die Qualifikation für ein Studium zu prüfen. Hochschulen in unterschiedlichen Bundesländern wenden bereits diese oder ähnliche Verfahren an.

 

Kultusministerkonferenz (KMK): Aktualisierte Regelung für die Bundesländer in Vorbereitung
Derzeit überarbeitet die KMK ihren Beschluss von 1985 zum Umgang mit Personen, die auf Grund von Flucht und Verfolgung den Nachweis für den Hochschulzugang für ein Studium im Heimatland oder andere relevante Nachweise nicht vollständig erbringen können.

 

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